Weil sich Kirche verändert: Gemeinsames Engagement nötig!
Seit einiger Zeit schon sorgt die Tatsache der „schrumpfenden“ Kirchen für Schlagzeilen. Dabei ist das keine neue oder wirklich überraschende Entwicklung. Der demographische Wandel, also die Tatsache einer ständig älter werdenden Gesellschaft, geht auch an den Kirchen nicht vorbei. Die regelhaften Einnahmen über die Kirchensteuer, die von den Mitgliedern erhoben wird, schrumpfen bereits deutlich und werden in den kommenden Jahren noch weiter abnehmen. Die sogenannte Boomergeneration geht auf Rente und Ruhestand zu, das betrifft auch viele der älteren Hauptamtlichen (Pfarrpersonen, Kirchenmusiker, Verwaltungsfachangestellte usw.), besonders für den wirklich schönen Pfarrberuf fehlt der Nachwuchs. Zu all dem kommt eine gesellschaftliche Veränderung, die wir kaum aufhalten können: Immer mehr Menschen meinen, ohne die verfaßten Kirchen auskommen zu können. Sie treten aus, feiern keine Gottesdienste mehr mit und verzichten auf die seelsorgliche Begleitung an wichtigen Lebenspunkten.
Diese Dinge zusammengenommen führen zu einem deutlichen Rückgang unserer finanziellen Ressourcen, sprich der Kirchensteuereinnahmen. Diese werden durch die Lippische Landeskirche als übergeordneter Verwaltung nach einem bestimmten Verteilschlüssel an die Ortskirchengemeinden weitergeleitet. Die mittelfristigen Berechnungen gehen von einem Minus von 25% zwischen 2026 und 2031 aus. Ein Haushaltsreduzierungsplan sieht vor, dass jährlich 4,5% vom Vorjahresbetrag abgezogen und entsprechend weniger an die Einzelgemeinden überwiesen wird. Konkret bedeutet das: in den nächsten 5 Jahren werden z.B. für die lutherische Gemeinde aus 100.000,- € Kirchensteuerzuweisung 75.000,- €.
Diese Summe ist unsere finanzielle Grundausstattung, die wir für die eigenen gemeindlichen Belange und Aufgaben zur Verfügung haben. Personalkosten (Kirchenmusikerin, Küsterin, Verwaltungsfachangestellte im Gemeindebüro) und alle Sachkosten (vom Bleistift bis zur Dachrenovierung) sind darüber zu bezahlen. Vergleichbar sieht es in der reformierten Kirchengemeinde aus. Sie merken: Das kann und wird nicht klappen, die Haushalte werden spätestens ab dem nächsten Jahr mit einem Defizit aufgestellt werden.
So stehen wir vor der schwierigen Aufgabe der Konsolidierung. Um den Haushaltsplan „zukunftsfähig“ zu machen, werden wir auch an manchen Stellen Ausgaben deutlich reduzieren (müssen).
Klar ist aber auch: Wir wollen weiterhin verlässlich für Sie und für Euch da sein und unsere sinnvolle Arbeit tun: durch vielfältige Gottesdienste im Laufe des Kirchenjahres und zu wichtigen Wendepunktend des Lebens (Taufe, Konfirmation, Trauung, Bestattung), durch die Seelsorge, über die Musik in ihren unterschiedlichen Klangfarben, mit guten Angeboten für Kinder und Jugendliche, durch unser sozialdiakonisches Engagement (Diakoniestation, Arbeitslosenzentrum, Tafel) und anderes mehr.
Bewährtes werden wir fortsetzen, auch Neues ermöglichen. Kirche kann nicht nur von gestern her bestehen, sie braucht auch Freude auf morgen. Längst rücken unsere Gemeinden näher zusammen. Wir haben einen gemeinsamen Gottesdienstplan, laden reihum zur Kirche kunterbunt ein, gehen auf eine enger verzahnte Konfi-Arbeit zu. Weiteres wird dazukommen. Und wir hoffen sehr, dass das alles für Sie und für Euch gut und sinnvoll ist!
Freiwilliges Kirchgeld als wichtiger Baustein für’s größere Ganze.
Vor genau 20 Jahren gab es schon einmal einen starken finanziellen Einbruch. Damals führten beide Gemeinden das sogenannte Freiwillige Allgemeine Kirchgeld ein. Wir baten darum, die Arbeit in unseren Gemeinden jeweils direkt durch eine regelmäßige Spende (egal, wie hoch) finanziell zu unterstützen. Dieser Bitte haben etliche Menschen entsprochen; einige sind bis heute dabei geblieben. Dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Und dennoch wollen (müssen) wir aus genannten Gründen unsere Bitte nun erneuern. Dafür legen wir diesem BLICK.WINKEL ein Extraschreiben bei, dem Sie wesentliche Einzelheiten entnehmen können.
Ganz wichtig ist, dass beide Kirchenvorstände zusichern: Jeder Cent, jeder Euro kommt vollständig der jeweils eigenen Gemeinde zugute. Für alle Beiträge werden selbstverständlich Zuwendungsbescheinigungen ausgestellt.
Im Spätsommer wird es eine gemeinsame Info-Veranstaltung zum Allgemeinen Freiwilligen Kirchgeld geben – dazu laden wir schon jetzt sehr herzlich ein: Mittwoch, 02. September, 19.30 Uhr im lutherischen Gemeindehaus (Hagenplatz). Kommen Sie dazu, bringen Sie Ihre Fragen oder Anregungen mit.
Für die beiden Kirchenvorstände: Pfrn. Lena Skirka, Pfr. Jörg Deppermann.